Im Schottenrock auf Grabower Marktplatz

Steve McCormick läuft zu Gunsten zweier Kinderhospize quer durch Deutschland

Wer am Dienstagabend (17.09.2013) gegen 19.00 Uhr noch auf den Straßen Grabows unterwegs war, wird wohl nicht schlecht geguckt haben. Ein Mann im echten schottischen Kilt läuft auf den Marktplatz und wird dort vom Bürgermeister der Stadt empfangen. Und wie sollte es auch anders sein, natürlich gab es zur Begrüßung ein Küsschen, ein Grabower Küsschen.

Erst wenige Stunden zuvor hatte sich der gebürtige Schotte in der Eldestadt angekündigt und spontan nicht nur ein Ohr sondern auch Unterstützung gefunden. Schließlich geht es um eine gute Sache. Vor drei Wochen war der ehemalige Soldat in Melle gestartet, um auf insgesamt 1.795 Kilometern von Melle nach Danzig und zurück nach Syke bei Bremen für die Sache zu werben und möglichst viele Spenden für die Aktion „Weg der Würde“ zu sammeln. Mit dem Geld möchte er ein Kinderhospiz in Danzig und das Kinderhospiz Löwenherz in Syke unterstützen. Mit einem Tag der offenen Tür feiert das Kinderhospiz am Samstag, den 21. September seinen zehnten Geburtstag. Zugleich wird das neue Jugendhospiz für schwerstkranke Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren eröffnet. Dann will der Schotte zurück sein und mit ihm hoffentlich viele Spenden. Die gelbe Spendenbox, die er dafür mit sich herumträgt, ist jedoch eher Symbol für die Sache. „Mehr geht natürlich über das Konto ein“, erklärt er. Wie viel schon drauf ist, wisse er nicht. Auf die Frage, warum er, der als Soldat vor vielen Jahren in Deutschland hängen geblieben ist und inzwischen schon viele Jahre hier lebt, im Schottenrock unterwegs ist, antwortet er: „Jeder Schotte ist stolz auf seine Herkunft, außerdem zieht das die Aufmerksamkeit auf mich und so auch auf das Projekt“. Dass dafür sein gesamter Jahresurlaubdrauf geht, sieht der Vater und Großvater als vergleichsweise kleines Opfer, schließlich sollte es ein Grundanliegen aller sein unheilbar kranken Kindern ihren letzten Weg so leicht und angenehm wie möglich zu machen. Dass man aufgrund sinkender Kassenleistungen dabei immer mehr auf Spenden angewiesen ist, sei ein gesellschaftliches Problem auf das verstärkt Augenmerk gelegt werden sollte.

Jeden Tag läuft der Schotte etwa 50 Kilometer. Wo er am Abend unterkommt, ist fast immer abhängig vom Zufall, vom guten Willen der Einwohner der jeweiligen Stadt und auch Sache seiner Sponsoren und Unterstützer. „Am ersten Abend musste ich unter einem Busch übernachten, aber das machte Spaß“, erzählt der Schotte im besten Deutsch. Am Dienstag ging es von Meyenburg nach Grabow. Hier erklärte sich Tina Schmuhl vom Hotel „Stadt Hamburg“ spontan bereit ihn und seinen polnischen Begleiter kostenfrei unterzubringen und die Sache so zu unterstützen. Auch Bürgermeister Stefan Sternberg zeigte sich begeistert von dem Engagement des Schotten und versprach ebenfalls Werbung für die Aktion zu machen und um Spenden zu bitten.

Unter dem Titel „Weg der Würde" kann man den Verlauf der Benefiz-Wanderung bei Facebook täglich verfolgen. Auch unter www.wegderwuerde.eu sind zahlreiche Informationen zu finden. Wer die Spendenaktion und damit die traurige und dennoch so wichtige Arbeit des Kinderhospizes Löwenherz unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende  auf das Konto bei der Sparkasse Melle: Steve McCormick, Stichwort: Weg der Würde, Bankleitzahl: 26552286, Kontonummer: 161108261 tun.