Verdiente Grabowerinnen mit Ehrenbürgerwürde geehrt

In der Richtlinie zur Verleihung von Ehrenbürgerrechten der Stadt Grabow heißt es: „Persönlichkeiten, die sich in Bezug auf die Stadt Grabow im besonderen Maße verdient gemacht haben…“ kann das Ehrenbürgerrecht verliehen werden. Seit 12 Jahren wurde davon nicht mehr Gebrauch gemacht. Am 16. April wurde diese hohe Ehrung nun gleich zwei verdienten Bürgerinnen der Stadt zu teil. „Ich bin überwältigt, niemals hätte ich angenommen, dass man mich für so eine Auszeichnung vorschlagen würde. Und ich gebe zu, anfangs fragte ich mich auch, ob meine Verdienste wirklich so hoch gewesen sind. Doch dann dachte ich mir, wie soll die Nachwelt sonst erfahren, wie das damals mit dem politischen Umbruch in Grabow gelaufen ist, und wie viele tolle Sachen wir hier auf den Weg gebracht haben…“, so Hanne-Lore Wendt, jahrelanges Mitglied der Stadtvertretung und entscheidend beteiligt an zahlreichen Entscheidungen zum Wohle und zur positiven Entwicklung der Stadt Grabow. Dazu gehörten diverse Investitionsmaßnahmen wie die Aufnahme der Stadt in das Städtebauförderungs-programm, der Abschluss des Vertrags mit der GOS, wodurch Fördermittel für die Erschließung des Gewerbegebietes sowie die Sanierung von Waldbad, Rathaus und Museum fließen konnten, der Bau der Feuerwehr, die Sanierung der Kaimauer, die Erschließung des Wohngebietes Vogelsang sowie der Bau des Alten- und Pflegeheimes und des Betreuten Wohnens. In einer emotionalen und mit vielen persönlichen Anekdoten gespickten Laudatio würdigte Dirk Dobbertin, Fraktionsvorsitzender der FDP, durch die auch der Vorschlag zur Ehrung in der Stadtvertretung eingereicht wurde, das große Engagement der heute 73jährigen, die noch immer ehrenamtlich sehr aktiv ist.

Und auch Ilse Petzak, vielen Grabowern noch aus Zeiten ihrer Tätigkeit als Schulleiterin der ehemaligen Wilhelm-Pieck-Oberschule bekannt, weiß von dieser aufregenden Zeit des Umbruchs in Grabow zu berichten. Als Mitglied der PDS und späteren Partei Die Linke wirkte auch sie über 17 Jahre lang aktiv als Stadtvertreterin zum Wohle ihrer Wahlheimat Grabow. Auch wenn die Zeiten nicht immer einfach waren, gern denkt die gebürtige Zierzowerin an diese politische Arbeit zurück. Vieles hatte man gemeinsam bewirken können, und dass ihr dafür nun diese Ehrung zu Teil wird, stand der sichtlich gerührten 77jährigen ins Gesicht geschrieben. Beantragt hatte die Auszeichnung die Fraktion der Linken, deren Fraktionsvorsitzender, Enrico Wiechmann, auch die entsprechende Laudatio hielt.

Mit einer Ehrenurkunde und einer Medaille von Grabow wurden die beiden Frauen durch Stadtvertretervorsteher Hans-Werner Heinke und Bürgermeister Stefan Sternberg im Rahmen einer offiziellen Feierstunde im Grabower Rathaus geehrt. Kulturell umrahmt wurde die Veranstaltung durch Schülerinnen und Schüler der Grundschule Eldekinder sowie der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“ und erinnerte die beiden Ehrenbürgerinnen damit an ihre zurückliegende Zeit als Lehrerinnen.  Diana Ottoberg